ArtikelAufgedeckte IrrlehrenDie Gebote sind noch gültig

Sind die Speisegebote der Bibel noch gültig? Welche Tiere sind unrein?

Viele Christen sind der Auffassung, dass die Speisegebote der Bibel heutzutage hinfällig wären und sie somit alles essen dürften. Dabei gibt es keine klare Aussage in der Bibel, die belegt, dass die Speisegebote aufgehoben wurden. Oft werden Dinge aus dem Kontext gerissen oder völlig frei interpretiert. Auch wird damit argumentiert, dass Jesus ja das Gesetz erfüllt hätte und man sich somit an keines der Gebote Gottes halten müsse. Dass das Gesetz und somit auch die Speisegebote in der Bibel immer noch gültig sind, erkennt man alleine schon daran, dass Gott uns gesagt hat, dass die Gebote ewig gelten. Und auch Jesus hat uns nichts anderes gelehrt.

Mehr dazu findet ihr hier: Hat Jesus das Gesetz abgeschafft?

In diesem Artikel findet ihr sowohl eine Auflistung der unreinen und reinen Tiere laut der Bibel als auch eine Erklärung dafür, warum die Speisegebote nach wie vor gültig sind.

Was sind die Speisegebote in der Bibel? Welche Tiere sind laut der Bibel unrein?

Die Speisegebote der Bibel finden wir im Alten Testament in 3. Mose 11. Dort wird ausführlich beschrieben, welche Tiere rein sind und welche unrein. Gott hat den Menschen geboten, dass sie nur die reinen Tiere essen dürfen.

Liste von reinen und unreinen Tieren laut 3. Mose 11

Bitte beachtet, dass diese Liste nicht komplett vollständig ist. Bei dieser Auflistung werden nur die geläufigsten Tiere, die von Menschen verspeist werden, aufgezählt. In 3. Mose 11 werden noch weitere Tiere und sogar auch noch Insekten erwähnt. Bei allen anderen Tieren muss man selbst anhand von den benannten Merkmalen differenzieren, welche als rein und welche als unrein gelten.

Unreine Tiere, die man laut der Bibel nicht essen darf:

Aus 3. Mose 11 ergibt sich, dass die folgenden Tiere unrein sind und somit nicht gegessen werden dürfen:

Unreine Landlebewesen: Schwein, Hase, Pferd, Raubtiere (wie z.B. Katzen, Hunde etc.)

Unreine Wasserlebewesen: Meeresfrüchte und Schalentiere (wie z.B. Krabben, Hummer, Garnelen, Schrimps, Muscheln), Weichtiere (wie z.B. Quallen, Octopus, Tintenfisch), Fische ohne Schuppen (wie z.B. Haie, Rochen, Welse, Aal, Pangasius)

Unreine Vögel: Wasservögel (wie z.B. Ente, Gans, Schwan), Raubvögel (wie z.B. Adler, Falke, Bussard etc.)

Reine Tiere, die man laut der Bibel essen darf:

Diese Tiere hingegen sind rein und dürfen laut den Speisegeboten verspeist werden:

Reine Landlebewesen: Rind/ Kuh, Schaf, Ziege, Rehe

Reine Wasserlebewesen: alle Fische mit Schuppen und Flossen (wie z.B. Lachs, Seelachs, Kabeljau, Herring, Thunfisch, etc.)

Reine Vögel: Geflügel, Hühner, Truthahn

In Petrus Vision geht es nicht um die Aufhebung der Speisegebote

In der Bibel findet man keine einzige Stelle, die ausdrücklich besagt, dass die Speisegebote aufgehoben wurden. Viele Christen beziehen sich auf diese Textstelle der Bibel, die angeblich andeuten soll, dass Gott alle Tiere für rein erklärt hätte. Dabei hat diese Textstelle eine völlig andere Bedeutung, als dass man sie als Grund zur Annahme dafür nehmen könnte, dass die Speisegebote im Alten Testament ungültig wären.

Diesem Abschnitt kann in keiner Weise entnommen werden, dass Gott alle Tiere für rein erklärt hätte. Aller höchstens genau die Tiere, die sich damals tatsächlich in dem Gefäß befanden. Daraus kann man aber nicht einfach schließen, dass Gott die Speisegebote komplett aufgehoben hat und jedes Tier ohne Bedenken gegessen werden darf. Im Gegenteil: dieser Vers belegt eigentlich, dass die Tiere in diesem Gefäß immer noch unrein sind und Gott sie erst hätte reinigen müssen, damit Petrus sie essen dürfe, was er aber nicht hat, denn sie wurden ja wieder in den Himmel gezogen.

Interessanter Weise bestätigt Petrus an dieser Stelle sogar, dass er bis zu diesem Zeitpunkt noch nie etwas unreines gegessen hat und somit die Speisegebote eingehalten hat. Demnach können wir davon ausgehen, dass Jesus und seine Jünger niemals etwas unreines gegessen haben.

Tatsächlich hat diese Vision aber eine ganz andere Bedeutung und rein gar nichts mit den Speisegeboten zu tun, wie uns die Bibel mitteilt. Denn gleich nach dieser Offenbarung ging Petrus in das Haus eines Nicht-Juden. Zu jener Zeit war es verboten, dass Juden die Häuser der Nicht-Juden betreten. Dies war aber kein Gesetz Gottes, sondern ein Gesetz, das von Menschen gemacht wurde. Die Bedeutung der Vision bestand darin, dass Gott die Heiden nicht als unreine, verachtete Wesen sterben lassen, sondern sie retten wollte. Deshalb heißt es hier:

Jesus hat niemals alle Nahrung für rein erklärt

Wie bereits oben erwähnt, waren Jesus und seine Jünger Juden und haben somit alle Gebote des Alten Testaments und damit auch die Speisegebote eingehalten. Von ihnen wäre bestimmt niemand auf die Idee gekommen unreine Tiere zu essen, da deren Verkostung in der Tora strikt verboten ist.

Wie in vielen Fällen ist es auch an dieser Stelle wichtig, den Text nicht aus dem Kontext zu reißen und für seine eigenen Zwecke zu verwenden. Hier sind einige Übersetzungen sogar so weit gegangen, dass sie aus freien Stücken einen eigenen Satz zum Wort Gottes hinzugefügt haben, um den Ungehorsam gegenüber Gottes Speisegeboten zurechtfertigen. Seht selbst:

Der tatsächliche Wortlaut beinhaltet diesen Satz aber nicht, weil er überhaupt nicht zum Thema passen würde:

Denn in dieser Bibelstelle geht es nicht einmal darum, dass die Speisegebote der Bibel aufgehoben wurden, sondern darum, dass mit schmutzigen Händen gegessen wurde. Das aber war allein ein Gebot der Menschen und nicht von Gott angeordnet, weshalb sich die Jünger nicht daran hielten:

Auch Paulus hat die Speisegebote nicht abgeschafft

Des Weiteren werden auch Verse von Paulus gerne dafür verwendet, die Speisegebote der Bibel für ungültig zu erklären. Dafür muss man aber erst einmal die Hintergründe von Paulus Briefen kennen. Denn in den Briefen Kolosser und Apostelgeschichte geht es keineswegs darum, dass die Speisegebote abgeschafft werden sollten, sondern um Götzenopferfleisch!

Im alten Römischen Reich war es gang und gäbe Fleisch falschen Göttern zu opfern oder sie in ihrem Namen zu segnen und sie dann auf dem Markt zu verkaufen. Demnach wusste man oft nicht genau, woher das Fleisch stammte oder ob es sich um zeremoniell reines Fleisch handelte. Viele Christen entschieden sich deshalb ganz und gar Vegetarier zu werden um sicher zu gehen, andere wiederum aßen weiterhin Fleisch, wenn sie die Quelle nicht kannten. Und genau um dieses Thema geht es zum Beispiel in Römer 14.

Das ist auch genau der Grund, weshalb Paulus angeordnet hat, dass niemand den anderen richten soll wegen Speise und Trank. Dabei ging es keineswegs um die Speisegebote in 3. Mose 11, sondern um die Ungewissheit der Nahrungsquelle:

Er fügte allerdings hinzu, dass jeder, der mit einem schlechten Gewissen das Fleisch vom Markt verzehren würde, für den wäre es Sünde. Aber für den, der es für „gemein“ hält, für den wäre es rein.

Noch deutlicher wird dieser Sachverhalt, wenn man sich mal den griechischen Urtext anschaut. Denn dort werden zwei verschiedene Worte für „generell unreine Speisen laut 3. Mose 11“ (katharos) und „generell reine Speisen, die aber durch Zeremonien verunreinigte wurden“ (koinos) verwendet. Gut zu erkennen ist das in Apostelgeschichte 10:14 im Urtext, wo Petrus zwischen beiden differenziert.

Hier zum Nachlesen: https://bibeltext.com/interlinear/acts/10-14.htm

Natürlich wird niemand gerichtet, weil er versehentlich Unreines gegessen hat. Denn der Glaube an Gott rettet und nicht, was du zu dir genommen hast. Wer aber bekennt Gott zum Vater zu haben, der bekennt sich auch dazu seine Gebote zu halten.

Die Menschen werden nicht durch die Speisen verunreinigt, sondern durch den Ungehorsam gegenüber Gottes Geboten.

Schlusswort: Die Speisegebote im Alten Testament sind immer noch gültig

Wie wir sehen können wurden die Speisegebote der Bibel nicht abgeschafft. Tatsächlich wurde das Essen von unreinen Tieren (katharos) im Neuen Testament niemals diskutiert, da es für alle Gläubigen ohnehin klar war, dass die Gebote weiterhin Bestand hatten.

Die Speisegebote dienen, wie alle Gebote Gottes, nur zu unserem eigenen Wohl und zum Schutz. Denn Gott hat uns seine Gebote aus Liebe gegeben, auf dass es uns wohl ergehen möge. Wer die Speisegebote bereitwillig missachtet, stellt damit nicht nur seine Beziehung zu Gott, sondern eventuell auch seine Gesundheit aufs Spiel. In der Bibel heißt es, dass es uns gut ergehen wird, wenn wir Gottes Gebote einhalten:

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